Kaltkeimer

Kaltkeimer werden oft Frostkeimer genannt owohl das nicht das selbe ist. Sie brauchen Kälte zum Keimen. Echte Frostkeimer sind viel seltener.

Viele an das mitteleuropäische Klima angepasste Arten verlangen niedrigere Temperaturen zum Keimen. In der Natur hat das den "Zweck", daß die Samen erst nach dem Winter keimen. Sogar die selbe Art kann je nach Herkunft ein unterschiedliches Keimverhalten aufweisen. Während der Kälteperiode laufen im Samenkorn komplexe biochemische Prozesse ab und es werden Keim-auslösende Substanzen gebildet.

Diese Sämereien sollten entweder im Herbst oder zeitigen Frühjahr ausgesät werden. Am einfachsten ist die Aussaat in Saatschalen. Die Pflanzgefäße werden zunächst 2-4 Wochen an einem etwa 20°C warmen Ort aufgestellt und feucht gehalten. Anschließend werden die Saatgfäße kalten Temperaturen zwischen -4 und +4 °C ausgesetzt. Eine Schneedecke fördert die Keimung (Staunässe vermeiden!). Sinnvoll ist es die Samen vor "Fraßschädlingen" (Vögel, Mäuse, Insekten) zu schützen. Im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen setzt die Keimung ein und kann sich über mehrere Wochen erstrecken. Manche Arten wie bestimmte Iris oder Meconopsis spp. brauch bis zur Keimung sogar mehrere Jahre!

Es ist auch möglich den Winter künstlich zu simulieren, wobei Behandlung im Freiland oft die besten Erfolge bringt. Hierbei wird das Saatgut mit feuchtem Sand vermischt und in einen Plastikbeutel gegeben. Statt der Kälte im Freiland wird das ganze für zwei Monate bei knapp 5°C in den Kühlschrank (keinesfalls im Gefrierschrank!) gegeben. Öfters kontrollieren, da manche Arten schon jetzt keimen. Anschließend in Gefäße mit Aussaaterde säen und warm stellen.

Natürlich können die Samen auch direkt in das Gartenbeet gebracht werden. Das ist aber nur bei ausreinder Saatgut-Menge zu empfehlen, da hierbei ein großer Teil von Tiere gefressen wird oder von Mikroorganismen zersetzt wird.